Beißwenger: Darmstadt verliert touristisches Potenzial

Die FDP-Fraktion Darmstadt übt scharfe Kritik an der fehlenden strategischen Ausrichtung der Stadt in der Tourismusförderung. Eine Antwort auf ihre Kleine Anfrage hat nun bestätigt, was bereits vermutet wurde: Darmstadt verfügt über keine umfassende Gesamtstrategie zur touristischen Entwicklung.

„Es ist enttäuschend zu sehen, dass die Stadt keine klare Linie verfolgt, um Darmstadt als attraktives Reiseziel zu etablieren“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Sven Beißwenger. „Besonders das Weltkulturerbe Mathildenhöhe, eines der bedeutendsten Wahrzeichen Darmstadts, wird nach wie vor viel zu wenig in das kulturelle Gesamtangebot integriert. Statt einer kohärenten und nachhaltigen Strategie setzt die Stadt auf einen bunten Strauß von Einzelmaßnahmen, Zertifizierungen und Förderprogrammen. Das Auswerten von diversen Statistiken ist keine Strategie.“
Auf die Frage der FDP-Fraktion, welche konkreten Maßnahmen zur besseren Ausschöpfung des touristischen Potenzials geplant sind, blieb die Stadt vage und äußerte lediglich das allgemeine Ziel, die Möglichkeiten künftig besser nutzen zu wollen.
„Darmstadt hat weit mehr Potenzial als nur die umsatzstarken Events wie das Heinerfest oder das Schlossgrabenfest“, so Beißwenger weiter. „Die Stadt sollte sich wieder auf ihre historische Bedeutung und ihr kulturelles Erbe besinnen und diese in ein gut abgestimmtes Gesamtkonzept einbetten.“

Die FDP-Fraktion fordert eine nachhaltige Tourismusstrategie, die Darmstadt als hochwertiges kulturelles Reiseziel positioniert und das Potenzial des Weltkulturerbes Mathildenhöhe sowie anderer historischer Stätten besser nutzt. Eine sichtbar stärkere Vernetzung mit anderen Welterbestätten in der Region, wie der Grube Messel und dem Kloster Lorsch, könnte dazu beitragen, Darmstadt als kulturelles Zentrum der Region zu etablieren. Auch eine Zusammenarbeit mit den SchUM-Städten Speyer, Mainz und Worms sollte geprüft werden.

Sven Beißwenger
Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender