BLAUM: Offener Brief an Darmbach e.V.

Offener Brief                   29.11.22                                                                                           

Liebe Darmbachfreunde, insbesondere Liebe Frau Habermann,

 Am 29.11.22 haben Sie im Darmstädter Echo der FDP  die klimatische Kompetenz und das notwendige Wissen um den Darm- und Meiereibach abgesprochen. Dem muss ich als umwelt- politische Sprecherin der  FDP Fraktion deutlich widersprechen.

Bleiben wir doch erst mal bei den Tatsachen. Könnte der Darmbach als solcher  in seinem diesjährigen  und zukünftigen Zustand tatsächlich , so er frei läge, das Darmstädter Innenstadt Klima  beeinflussen ? Gleichsam als ein kühlendes erfrischende blaues Band durch die Innenstadt ziehen und den gewünschte klimatischen Ausgleich schaffen  ???

Vor  dem Hintergrund der jetzigen Klimaveränderungen sind das Träume !

 Der Darmbach hat in den letzten Jahren deutlich  abgenommen : flossen noch  im Jahre 2013 immerhin noch 815 000 m3 Wasser durch sein Bett, so transportierte er ab 2019 nur noch die Häfte  d.h 400 000  qm im Jahr , ja in den Sommern 2021 und 2022 war er u.a.  vorm Darmstadtium fast ausgetrocknet. Und die Zukunft sieht düster aus….

Wenn man also den Darmbach zu einem erfrischenden Bächlein  machen will, da gäbe es zwei Möglichkeiten: Die eine, die abstrus ist, wäre im Sommer einen Teil des Woogswassers „abzulassen“ —das würde aber den „Grossen Woog“ als Bade- und Erholungssee, ja auch als Lebensraum für viele Tierarten, deutlich beeinträchtigen und ist nicht diskutabel.

Die zweite Möglichkeit wäre, den Meiereibach in den Darmbach münden zu lassen: der Meiereibach transportiert seit Jahren   fast regelmässig  200 000 qm Wasser jährlich. Voraussetzung für diese „Darmbachauffrischung“ ist aber, daß der Meiereibach  hygienisch einwandfrei ist. Doch dieser Bach wurde seit 2012 nicht mehr auf Keime, die dem Menschen gefährlich werden könnten, untersucht. Und  er entspringt in der Nähe eines ökologisch spannenden und erfolgreichen landwirtschaftlichen Betriebes  ( Hofgut Oberfeld) , wo, wie überall in der Landwirtschaft, Sturzregenereignisse Bakterien ins Grundwasser schwemmen können.   

Die Vision, der „ aufgefrischte“ und „offene „ Darmbach könnte das  Darmstädter Innenstadt- Klima deutlich bessern, steht und fällt mit der Gesamtfließwassermenge ( und die ist im Darmbachteil stark rückläufig) und vor allem mit der Zahl der Coliformen Bakterien am Meierreibach. Daher hat der Umweltausschuss am 24.11. einstimmig beschlossen „ bevor der Meiereibach an den Darmbach   –sei es direkt oder indirekt —  angeschlossen wird, ist durch wiederholte Messungen sicherzustellen, daß im Meierreibach die Konzentration der Gesamtkoliformen und der E. Coli (Bakterien) deutlich außerhalb des gesundheitsgefährdeten  Bereichs liegt“ —- es wird also zukünftig nicht nur der Phosphatgehalt des Meiereibachs gesenkt ( wichtig, um das Algenwachstum zu bremsen) , sondern es werden laufend mikrobiologische Messungen notwendig sein ……    

Erst wenn die bakteriologische Fauna einwandfrei ist und die notwendigen Wassermengen  gesichert sind, könnte man vielleicht auch in Darmstadt das „Freiburger Bächle“ fliessen lassen.

Irgendwelche Schuldzuweisungen im Vorfeld vergiften das Klima und sind völlig überflüssig. Ökologische Probleme lassen sich nur gemeinsam lösen … der mit vielen Parteien besetzte  Umweltausschuss hat dazu einen guten  Schritt getan !   

Lassen Sie uns daher die Problematik sachlich angehen und den am 14.11. in der FDP Geschäftsstelle  begonnenen  Dialog  mit Ihnen , mit den „Woogsfreunden“ und uns fortsetzen.

Mit freundlichen Grüßen   

Ihre Ursula Blaum

Dr. Ursula Blaum

Umweltpolitische Sprecherin der FDP Fraktion Darmstadt   

0171 2629582         
ursulablaum@gmail.com