BLUM: Planloser Schulnotenverzicht schadet mehr als er nutzt

Beste Bildung von Anfang an20. Juni 2020

Als planloser Ansatz, der mehr pädagogischen Schaden als Nutzen anrichten werde bezeichnet der Vorsitzende der Freien Demokraten, Leif Blum, die unter dem Tarnnamen „Pädagogische Freiheit“ verschleierte Abschaffung der Schulnoten durch die Hintertür. Er übt dabei scharfe Kritik an dem hessischen Modellversuch. „Solche Reformen atmen immer den gleichen Geist: Strukturen verunklaren, Verantwortung verschleiern und Leistung relativieren, Schreiben nach Gehör oder eben Bewertungsprosa statt Noten.“
Das Problem sei, so Blum, dass die guten Schüler damit zurechtkommen wie sie mit jeder Methode und jeder Organisationsform zurechtkommen, die Schwächeren, in deren Namen das alles geschieht, aber gerade nicht. „Wir brauchen Leistungsoptimismus an unseren Schulen, der von Lehrern gewollt und gelebt wird, sodass er sich auf die Schülerinnen und Schüler übertragen kann. Gut aus- und fortgebildete Lehrkräfte, die die Freiheit haben, eigenverantwortlich an den Schulen zu handeln und Unterricht zu gestalten, sind der Schlüssel zum Erfolg.“ Er erinnert daran, dass die Freien Demokraten vor einigen Jahren das Konzept der Selbstständigen Schulen eingeführt haben.
Selbstständigkeit bedeutet dabei, dass Schulen ihr eigenes Budget verwalten und Lehrkräfte selbst auswählen können. „Selbstständige Schulen haben aber auch Freiheiten bei der Unterrichtsorganisation und –gestaltung“, konkretisiert Blum. Abweichungen seien dabei vor allem bei der Bildung von Lerngruppen, bei Formen der äußeren Differenzierung und der Ausgestaltung der Leistungsnachweise zulässig. All dies stehe bereits im Schulgesetz, macht Blum klar. „Schüler haben ein Recht auf Noten, genauso wie ihre Eltern. Denn Noten sind ein relativer Hinweis auf den Leistungsstand. Nur so können Schüler einschätzen, ob Handlungsbedarf besteht. Verbalbemerkungen sind schwer lesbar. Es besteht die ernthafte Gefahr, dass Bildungsstandards aufgeweicht werden“, so Blum abschließend.